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Einmal um die ganze Welt mit MS Artania 2026/2027

149 Tage - 62 Hafenanläufe - 33 Länder - 41 Inseln (18.12.2026 - 16.05.2027)
Panama-Kanal, Äquatorüberquerung, Datumsgrenze, Kap der Guten Hoffnung, Karibik, Pazifik & Südsee, Down Under, Asien, Indischer Ozean, Afrika, Atlantik

2024 Willamstad

November 2024 - Reise gebucht

Noch bevor der Phoenix-Katalog 2026/2027 herausgekommen ist, wurde für diese Reise schon auf der Phoenix-Internetseite geworben.
Die Werbung hatte Erfolg. Wir haben kurz entschlossen gebucht, auch unter dem Gesichtspunkt, dass es in den Sternen steht, wie lange man noch fit genug für solche Reisen ist.
Und abwarten bis Mitte 2026 und dann erst buchen ist für uns nicht wirklich eine Option, da dann nicht nur unsere Kabine (4243) nicht mehr verfügbar sein wird, sondern die gesamte Kabinenkategorie (Holzklasse: Außenkabine mit Sichtbehinderung auf dem Promenadendeck) ausgebucht sein könnte.

 

August 2026 - erste Planungen für die Landgänge

In ca. 4 Monaten wird es wieder losgehen. Doris ist auch jetzt schon fleißig dabei sich im Internet Anregungen für die Landgänge zu holen.

Für den 3-tägigen Aufenthalt auf Bali im März 2027 hat sie sogar schon gebucht, zwei Übernachtungen im Devani Resort Sidemen. Dieses Resort befindet sich im westlichen Teil der Insel, abseits von den touristischen Hotspots und liegt mitten in Reisfeldern.

Davani Resort.jpg

Das Devani Resort Sidemen, hier hätte es uns mit Sicherheit gefallen.

 

 

September 2026 - Routenänderung

Mail von Phoenix am 9.9.2026:
Wie uns unsere lokale Agentur informierte, findet am 08.03.2027 auf Bali der sogenannte "Tag der Stille" statt. An diesem Feiertag ruht das öffentliche Leben vollständig, sodass ein Anlegen in Benoa/Bali und die Durchführung der geplanten Landausflüge nicht möglich wäre. Im Zuge dessen haben wir gemeinsam mit unserer Reederei BSM/Zypern entschieden, die Routenführung geringfügig anzupassen.

Dazu muss man wissen, dass es an diesem höchsten Feiertag sogar verboten ist, auf die Straße zu gehen, das Hotel darf nicht verlassen werden.

Somit hat die „geringfügige Anpassung“ der Reiseroute die beträchtliche Konsequenz, dass wir unseren Resort-Aufenthalt auf Bali knicken können.
Zum Glück konnten wir die Buchung noch kostenlos stornieren.
Die Änderungen sehen so aus:

Datum Ursprüngliche Route Geänderte Route
So 07.03.2027 13:00 - 23:00 Uhr 
Gili Trawangan / Indonesien
9:00 - 20:00 Uhr
Benoa / Bali / Indonesien
Mo 08.03.2027
Tag der Stille
Ankunft 8:00 Uhr
Benoa / Bali / Indonesien
08:00 – 19:00 Uhr
Gili Trawangan / Indonesien
Di 09.03.2027 Ganztägig
Benoa / Bali / Indonesien
Ankunft: 9:00 Uhr
Benoa / Bali / Indonesien
Mi 10.03.2027 Ablegen 18:00 Uhr
Benoa / Bali / Indonesien
Ablegen 18:00 Uhr
Benoa / Bali / Indonesien

 

Natürlich könnten wir uns schon am 7.3. zum Resort fahren lassen und dort 3x statt 2x übernachten, aber am 8.7. hätten wir dann ganztägig Stubenarrest – das macht wenig Sinn. Außerdem wollen wir in Gili Trawangan wieder einen Schnorchelausflug buchen, das würde sich mit 3x Übernachtungen auf Bali beißen.
Ärgerlich ist die Sache allemal.

Solche Planungsfehler, die dann Routenänderungen nach sich ziehen, kommen immer wieder mal vor.
Dabei werde ich mich aber hüten, als Verursacher Phoenix zu nennen, denn der (vermeidbare) Fehler könnte ja auch bei der Agentur, der Reederei, der Hafenverwaltung oder bei sonst jemanden liegen und da zeigt gerne jeder mal auf den anderen.

Hier 3 Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit.

  • Januar 2024: Der Hafen von Acapulco wurde im Oktober 2023 vom Hurrikan Otis schwer beschädigt. Der Ausfall dieser Destination wurde erst während der Kreuzfahrt bekannt gegeben.
  • März 2024: In Tianjin/China durfte die ARTANIA nicht anlegen. Gemäß den dortigen Vorschriften war das Schiff zu alt. Hiervon erfuhren wir erst erst wenige Tage vor  dem Anlaufen dieser Destination.
  • Februar 2026: Georgetown/Guyana konnte nicht angelaufen werden, weil die ARTANIA zu viel Tiefgang für den Hafen hatte. Die Information hierüber erfolgte wenige Tage vor dem eigentlichen Anlauftermin.

Aber diesmal ist Phoenix zu Gute zu halten, dass die Routenänderung bereits vor dem Start der Reise kommuniziert wurde.
Und die Vorfreude auf die Reise konnte dadurch auch nicht wirklich kaputt gemacht werden - aber schade ist der Ausfall unserer Bali-Überlandtour trotzdem.

 

Oktober 2026

Eine Hochzeit, eine Geburt und kein Job

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Ani und meine Frau Doris im Lido-Restaurant der ARTANIA (23.01.2026)


In meinem Blog vom letzten Jahr konnte man für den 13.03.2026 lesen: „Unsere“ Lieblingskellnerin Ani ist nicht mehr da. Sie hat wegen einer Erkrankung auf Anweisung der Schiffsleitung das Schiff verlassen und musste nach Hause nach Bali fliegen, um sich dort in ärztliche Behandlung zu begeben. Das hat uns sehr betroffen gemacht.
Jetzt die gute Nachricht, Ani war nicht krank, sondern sie war schwanger. Anfang Oktober brachte sie auf Bali ihre Tochter Eleanor auf die Welt.

 

FB Ani Hochzeit.jpg

Das Hochzeitsfoto von Ani und Angelo



Einen Vater zu der Kleinen gibt es auch. Es ist Angelo, bis vor einigen Monaten noch unter Vertrag als Steward auf der ARTANIA. Er hat seine Ani geheiratet.
Somit könnte alles gut sein.

 

Aber leider hat Angelo keinen Folgevertrag mehr bei seachefs bekommen, was das Paar in arge finanzielle Schwierigkeiten bringt.

seachefs.jpg

seachefs ist ein Dienstleister, der den gesamten Hotel- und Restaurantbetrieb auf Kreuzfahrtschiffen übernimmt. Die Küchen- Restaurant- und Housekeeping-Teams auf der ARTANIA sind also nicht bei Phoenix, sondern bei seachefs unter Vertrag.
Ein Arbeitsvertrag wird üblicherweise für den Zeitraum von 6-9 Monaten abgeschlossen. Dann geht es für das Crewmitglied erst einmal in den wohlverdienten Heimaturlaub und anschließend wird in der Regel ein neuer Vertrag abgeschlossen.

 

Bei Angelo griff diese Regel anscheinend nicht, denn er ist möglicherweise in Ungnade gefallen.
Ich gebe das mal so wieder, wie ich es aus den Schilderungen der Beiden, Ani und Angelo, verstanden habe.
Als der Vertrag von Angelo im Sommer 2026 zu Ende war und schon alles für die Heimreise organisiert war, gab es auf der ARTANIA personelle Engpässe. Er und einige weiter Crewmitglieder, die Koffer für die Heimreise waren bereits gepackt, wurden „gebeten“, noch ein paar Wochen länger über das Vertragsende hinaus auf dem Schiff zu bleiben.
Angelo lehnte das ab, schließlich hatte er eine Hochzeit vorzubereiten, er Philippiner, sie Balinesin, da sind allein die Behördengänge nicht mal so zwischen Tür und Angel gemacht: Und sicherlich gab es noch andere Termine, die sich nicht so ohne Weiteres verschieben ließen.
Langer Rede kurzer Sinn, die Vorgesetzten waren darüber anscheinend nicht sehr erfreut.

Besteht da ein kausaler Zusammenhang zwischen der abgelehnten kurzfristigen Vertragsverlängerung durch Angelo und dem jetzigen Fehlen eines Anschlussvertrags?
Ich werde mich hüten, so etwas zu behaupten. Ich möchte nicht wieder auf Geheiß der Phoenix-Geschäftsführung (oder auf Betreiben von seachefs) vom Kreuzfahrtdirektor zum Rapport einbestellt werden. 😊

Aber vielleicht helfen diese Zeilen hier im Blog, dass Angelo aus Imagegründen doch noch einen Vertrag erhält?

Irgendwie erinnert das alles an die Geschichte mit Florante, ebenfalls ein sehr guter und beliebter Steward auf der ARTANIA, der 2024 auf einmal keinen Folgevertrag erhielt. Als wir damals bei Phoenix und seachefs nachhakten, wurde uns gesagt, dass Florante jetzt doch einen Vertrag erhalten würde (siehe https://2025.pehoelzer.de - 19. Reisetag – Samstag, 04.01.2025). Warum es dann nicht dazu gekommen ist, blieb bis heute im Dunkeln.
Gerüchteweise soll Florante mittlerweile auf einem „Mein Schiff“ arbeiten.

 

Wie bekloppt muss man sein, ein Upgrade abzulehnen?

Am 13. Oktober 2026 erhielten wir von Phoenix eine E-Mail mit einer Rechnung, Sicherungsschein und den AGBs als Dateianhang, in der lapidar stand:
„Anbei erhalten Sie die geänderte Rechnung/Bestätigung Ihrer gebuchten Reise …“
Ist die Reise teurer geworden? Oder gar billiger?
Ein Blick in die beigefügte PDF-Datei genügte, um festzustellen, dass sich am Preis unverrückbar nichts geändert hatte.
Geändert hatte sich jedoch die Kabinennummer. Irgendwo in der Rechnung fanden wir dann auch einen erklärenden Text:
„Sie gehören zum ausgewählten Gästekreis, dem wir OHNE AUFPREIS eine höherwertige Kabine als ursprünglich gebucht zur Verfügung stellen.“
Die „neue“ Kabine 4235 lag ebenso wie „unsere“ Kabine 4243 auf dem Promenadendeck, nur etwas weiter nach vorn zum Bug hin. Unsere Stammkabine – die ich gerne als der Holzklasse zugehörig bezeichne – gehört der preiswertesten Kategorie (H2) auf der ARTANIA an: eine 2-Bett-Außenkabine mit Sichtbehinderung. Die Upgrade-Kabine 4235 wahr hingegen ohne Sichtbehinderung.
Trotzdem war uns dieses Entgegenkommen von Phoenix nach einiger Überlegung gar nicht so recht, obwohl der Mehrpreis diese Kabine in der höheren Kategorie (K2) für uns beide zusammen ca. 7.000 € ausgemacht hätte.
Aber ...
... bei unserer 4243 wussten wir sicher, dass die Klimaanlage halbwegs zuverlässig funktioniert, dass nichts klappert und dass es in der Kabine keinerlei Störgeräusche durch den Schiffsmotor oder sonstige Aggregate gibt.

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Das Kabinenfenster 4243 von außen ...


Der Vorteil der nicht vorhandenen Sichtbehinderung ist nun auch nicht sooo gravierend, wie die Fotos zeigen.  Die "sichtbehindernde" Streben gehören zur Vorrichtung mit dem das ein Deck höher hängende Rettungsboot heruntergelassen weren kann.
Da gibt es ganz andere Kaliber, bei denen die Beeinträchtigung wirklich massiv ist – etwa wenn ein Rettungsboot direkt vor dem Fenster hängt und man selbst tagsüber das Licht einschalten muss.
Bei der 4243 ist man zudem mit wenigen Schritten am Ausgang zum Außendeck. Dass dieser Weg von der 4235 aus etwas länger gewesen wäre, ist zwar kein Riesennachteil, aber ein Vorteil ist es eben auch nicht.

 

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... und von innen



Kurzum: Bei der 4243 wissen wir seit vielen Jahren, was wir haben – bei der 4235 wissen wir das nicht.

 

Mit einem kurzen Anruf bei Phoenix in Bonn war der alte Zustand schnell wiederhergestellt. Etwas verwundert war die freundliche Dame am Telefon aber schon. Zwar ist den Mitarbeitern von Phoenix bezüglich seltsamer Kunden nichts mehr fremd, aber dennoch drückte die Dame am Telefon ihre Verwunderung wie folgt aus: „Natürlich, wenn Ihnen eine Kabine mit Sichtbehinderung lieber ist …“

Und so werden wir am 18. Dezember wieder unsere geliebte Kabine 4243 beziehen, gemäß dem von uns frei erfundenen Motto: „Never change a working cabin“, auch wenn der eine oder andere Leser dieses Blogs deswegen verständnislos den Kopf schütteln wird.